Yoga für den Reiter

Du tust alles für dein Pferd – was tust Du für dich?

Man sagt zwar, dass das Reiten ein gutes Training, besonders für Rücken, Hüfte und Bauchmuskulatur ist, jedoch stimmt das meiner Meinung nach nur bedingt.

 

Wenn der Reiter schon ohne Pferd eine gute Körperhaltung und vor allem eine gute Körperbeherrschung hat, beweglich und locker in den Gelenken ist, in seinem Laufen und Stehen gut ausbalanciert ist und eine gut trainierte Rücken- und Bauchmuskulatur hat, so wird ihm das Reiten relativ leicht fallen und der Gesundheit förderlich sein.

Ist der Mensch jedoch schon, ohne auf dem Pferd zu sitzen, steif, unbeweglich, womöglich übergewichtig und unausbalanciert, so werden sich in dem Moment, wo er sich auf das Pferd setzt, diese Probleme verstärken.

Wenn der Reiter zum Beispiel mit festgestellter Hüfte auf dem Pferd sitzt, ist es dem Pferd fast unmöglich, selbst losgelassen zu laufen. Das leuchtet wohl jedem ein.

Ist es für den Reiter schwierig, sich auszubalancieren, so wird es doppelt schwierig, sich über dem Schwerpunkt des sich bewegenden Pferdes auszurichten!

 

Ich schreibe das nicht, um dich zu demotivieren oder zu verurteilen. Aber ich denke, dass man immer bei sich selbst anfangen muss und seinen Körper und noch wichtiger! seinen Charakter schulen sollte, bevor man mit Pferden umgeht.

 

Der beste Weg, den ich kenne, um beides (Körper und Geist) zu formen ist der Yoga.

Yoga ist ein uraltes, lang erprobtes System, aus Körper-, Atem- und Mentalübungen, das darauf abzielt, die 3 Aspekte Körper, Geist und Atem in Einklang zu bringen. Es ist eine Philosophie und keine Religion. Man muss nicht spirituell bewandert sein, um Yoga zu praktizieren.

Wir können uns doch ganz pragmatisch das herausnehmen, was wir auf unserem Weg zu einem guten Reiter gebrauchen können.

Yoga hat viele verschiedene Komponenten. Wie wir zum Beispiel mit unseren Mitmenschen und den uns anvertrauten Tieren umgehen, wie auch mit unserer gesamten Umwelt, das ist schon Yoga.

Er besteht auch aus der Meditation, die den Geist zur Ruhe bringt; was sehr wertvoll ist, um ruhig und bestimmt mit dem Pferd umgehen zu können. Außerdem wirst Du mental stärker und klarer in deiner Kommunikation werden.

Zudem besteht Yoga aus Atemübungen. Der Mensch steuert so viele unbewusste Vorgänge im Körper über den Atem. Du vermittelst dem Fluchttier Pferd über eine tiefe, entspannte Bauchatmung Sicherheit und Führung.

Außerdem besteht Yoga natürlich auch aus den Körperübungen (Asanas), die Körperbeherrschung, Gleichgewicht, Flexibilität und Kraft schulen.

 

Du siehst also, wie sehr Du vom Yoga profitieren kannst. Und so kannst Du abseits vom Reitstall viel für deine Fähigkeiten als Reiter tun!

 

Gerade bei Reitern ist oft die verkürzte Muskulatur der Beinrückseite, die sich bis in den unteren Rücken auswirken kann, ein Thema, an dem man arbeiten kann. Diese entsteht durch das viele Sitzen im Büro, aber auch durch die leicht angewinkelten Beine im Sattel.

Auch die Öffnung des Brustbereiches ist wichtig, damit die Schulter- und Rückenmuskulatur gekräftigt wird.

Und an die Stärkung der Bauchmuskulatur und eine Lockerung der Hüfte kann man mit Freude durch die sanften Asanas (Haltungen) herangehen!

 

Wie oft? Motivation und Anleitung

 

Bei den Übungen kommt es vor allem auf die richtige Ausführung an!

Ich rate dir, gerade für den Einstieg zu wöchentlichen Yogastunden zu gehen, um ein Gefühl für die richtigen Haltungen zu bekommen.

Wichtig dabei ist aber die richtige Wahl des Unterrichtes. Yoga hat viel mit Fühlen und Spüren zu tun und wenig mit akrobatischen Verrenkungen! Wenn Du nach der Yogaeinheit ein gutes Gefühl verspürst, dass dein Körper gekräftigt, bewegt und angeregt wurde, so bist Du auf dem richtigen Weg. Hast dagegen Schmerzen und Verkrampfungen, solltest Du die Wahl deines Lehrer vielleicht noch einmal überdenken.

 

Einmal die Woche zu trainieren ist toll! Du kannst stolz auf dich sein. Und das Gruppengefühl hilft vielen Menschen, sich zu motivieren.

Ich lade dich darüber hinaus ein, nach einer Eingewöhnungszeit selbst an den anderen Tagen der Woche zu üben. Übe aufmerksam und spüre immer wieder in dich hinein, wie sich die verschiedenen Übungen anfühlen. Das kann ich am besten, wenn ich ganz alleine Yoga praktiziere.

 

Ich lade dich ein, diese besondere Zeit mit dir zu genießen. Es ist so ein schönes Gefühl, den eigenen Körper zu spüren und den Geist zu erforschen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen.

Du wirst viel über dich lernen, das verspreche ich dir!

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© Maike Tabertshofer

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