Hab keine Angst davor, neue Dinge zu lernen!

 

 

Es gibt keine richtige oder falsche Reitweise, nur gutes oder schlechtes Reiten!

 

Ich finde es schade, dass es oft „Dressurlager“ oder „Islandpferdelager“ etc. gibt, die ihre Reitweise für das einzig Wahre halten und nicht bereit sind über den Tellerrand zu schauen, um zu sehen wie andere Reiter vielleicht mit ähnlichen Problemen, die im Training aufkommen, umgehen.

 

In der Kindheit ist jeder von uns offenherzig durch die Welt gelaufen. Wir haben keine Unterschiede zwischen arm und reich, Hautfarbe und Nationalität gemacht.

Als Erwachsene reicht leider für viele Menschen die Liebe zum Pferd alleine nicht aus, um sich mit Reitern anderer Reitweisen auszutauschen.

Ein Grund dafür mögen Vorurteile sein, die schnell gefasst werden. Ein zweiter Grund ist bestimmt auch die Angst davor, Fehler zu machen, wieder am Anfang zu stehen und sich auf etwas neues einzulassen.

Als Kind haben wir oft Fehler gemacht, sind hundertmal hingefallen und sofort wieder aufgestanden, um weiterzumachen. Die Fehler waren nicht schlimm, sie waren wichtige Schritte um neues zu erlernen.

Warum hat sich das im Erwachsenenalter verändert? Warum haben wir Angst davor, Fehler zu machen?

 

Ich erstarrte früher in der Schule oft und meldete mich nur, wenn ich die Antwort zu hundert Prozent richtig wusste und sie schon vorformuliert in meinem Kopf bereit hatte. Warum? Weil das „falsch“ oder „nein“ des Lehrers einer Demütigung gleichkam. Deshalb meldete ich mich natürlich selten, was wiederum den Druck auf die wenigen Sätze erhöhte, die ich sprach. Ein wahrer Teufelskreis.

 

Was ich damit sagen will ist nicht, das Du absichtlich Fehler machen sollst. Gerade im Umgang mit deinem Pferd solltest Du einige Sicherheitsregeln beachten, um dich und dein Pferd nicht zu verletzen. (Artikel Sicherheitsregeln)

Aber Du solltest dir erlauben, auf dem Weg etwas neues zu Lernen, Fehler machen zu dürfen. Denn sonst verharrst Du bei dem dir Bekannten und kannst keine Fortschritte machen!

 

Im Facebook Headquarter steht in großen Lettern an der Wand:“Fail often, fail fast“ „Mache oft Fehler und mache sie schnell“. Diese Facebook Mitarbeiter, die mit der Einstellung arbeiten dürfen, gehören zu den innovativsten und kreativsten Menschen der heutigen Zeit!

 

Ich hatte das Glück schon als Kind reiten zu dürfen und mit meinem Pferd verschiedene Dinge ausprobieren zu können. Erst war es viele Jahre Dressur und Springen. Dann wollte ich die Beziehung zu meinem dominanten Pferd verbessern und ging zu Kursen von Honza Blaha, einem Schüler Pat Parellis, bei dem ich Bodenarbeit und Freiarbeit lernte. Das wichtigste war jedoch, dass sich die Kommunikation zu meinem Pferd erstaunlich veränderte und wir zu einem Team wurden!

Dann interessierte ich mich sehr für das lockere und coole Westernreiten und machte schließlich auch meine Ausbildung zum Pferdewirt mit Schwerpunkt Westernreiten. Mein Pferd war immer dabei, ich schulte es selbst mit der Unterstützung von Linda Leckebusch auf die Westernreitweise um.

Nach der Ausbildung ging ich für sechs Wochen nach Andalusien und ritt dort im Stil der Doma Vaquera.

Und Du ahnst es bereits, nachdem ich in Deutschland landete, brachte ich meinem Pferd all die neuen Dinge bei, die ich gelernt hatte!

Nun bin ich Anfang zwanzig und reite mein Pferd mithilfe von Manolo Oliva im Stil der Working Equitation und der Doma Vaquera und mein Pferd und ich sind glücklich im täglichen Training; genauso glücklich wie beim Dressurtraining, einem kleinen Sprung, in der Freiheitsdressur und beim Westernreiten.

Ich bin meiner Mutter dankbar dafür, dass sie mich das alles hat ausprobieren lassen. Auch als ich einfach monatelang nur noch mit Knotenhalfter und ohne Sattel reiten wollte und mein Pferd auf der Vorhand „latschte“ hat sie mich machen lassen. In dieser Zeit habe ich zum Beispiel gelernt, mein Pferd nur mit Gewicht und Schenkeln anzuhalten und habe ein sehr gutes Gleichgewicht bekommen.

 

Warum erzähle ich dir das? Um dir zu zeigen, dass es Spaß macht neue Dinge auszuprobieren und über den Tellerrand zu schauen. Und dass man außerdem immer etwas neues lernen kann, wenn man nur mit Begeisterung und Offenheit an neue Dinge heran geht.

Es macht das Leben so viel bunter und abwechslungsreicher, und Du bekommst so viele neue Inhalte und Ideen für dein Pferdetraining, dass dir und auch deinem Pferd garantiert nie langweilig wird!

 

Bei all der Abwechslung bin ich immer meinem Pferd treu geblieben und habe es fair und liebevoll behandelt und habe ihn zu nichts gezwungen, das sein Körperbau oder sein Geist nicht zulässt! Das ist sehr wichtig.

 

Also geh raus und scheue dich nicht davor, Fehler zu machen!

 

„Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ Dietrich Bonhoeffer

 

 

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© Maike Tabertshofer

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