Zeit mit mir!

 

 

Mein Wecker klingelt und ich drücke noch drei Mal auf Snooze, sodass ich mich anschließend beeilen muss, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Also schnell das Frühstück geschnappt und auf dem Weg gegessen. Dann acht Stunden oder mehr für den Chef gearbeitet und anschließend möchten meine Kollegen noch etwas von mir, mein Partner oder meine Kinder brauchen Aufmerksamkeit und zum Pferd möchte ich natürlich auch noch!

So komme ich abends spät nach Hause, völlig müde und ausgelaugt vom Tag und wanke eigentlich nur noch vor den Fernseher und dann ins Bett. Wohl wissend, dass der morgige Tag genauso verlaufen wird.

 

Was fehlt ist Zeit für mich selbst. Und diese Zeit gibt mir niemand, ich bin selbst dafür verantwortlich, sie mir zu nehmen! Ich muss es mir selbst Wert sein, mir Zeit für mich zu nehmen, um die Ereignisse zu verarbeiten, um zu reflektieren und konstruktiv planen zu können und auch um zu sehen, wie es mir gerade geht.

Diese Zeit für mich ist wichtig für meine Produktivität, es ist eine Zeit, wo ich nicht auf andere reagiere, sondern in der ich agiere. In der ich mich wirklich nur einmal mit mir selbst und meinen Zielen und Plänen beschäftige. Eine Zeit, in der ich mein WARUM sehen kann. Warum stehe ich morgens auf und warum tue ich die Dinge, die ich tue? Mein WARUM ist mein innerer Motor.

 

Ich lade dich dazu ein, dir diese Zeit zu nehmen und Du wirst bald merken, wie wertvoll sie für dich ist. Sei so mutig, einmal wirklich mit dir alleine zu sein! Ich weiß, wie schwierig das ist, einmal sich selbst zu begegnen, ohne dass ein anderer Mensch bei dir ist, und auch ohne das Fernseher oder Radio laufen!

 

Diese Zeit kannst Du dir am Tag nehmen, wann es für dich am besten passt. Und wenn Du jetzt sagst: „Mein Tag ist so voll, wo soll ich da zusätzliche Zeit hernehmen?“ Dann sage ich nochmal: „Sei es dir selbst wert!“

Natürlich findest Du Zeit für den wichtigsten Menschen in deinem Leben- dich!

Schön ist es zum Beispiel, sich den Wecker früher zu stellen und die so gewonnene Zeit zu nutzen. Morgens ist es noch still und es ist ein tolles Gefühl, vor allen anderen auf zu sein, wenn die Welt noch schläft.

Vielleicht ist es aber auch Teil deiner Mittagspause oder deine Fernsehzeit, die Du ersetzt, oder es ist die Zeit vor dem Zubettgehen.

So, jetzt hast Du dir einen ruhigen Ort gesucht und deiner Familie zum Beispiel gesagt, dass Du in den nächsten (15, 30 oder 60) Minuten nicht gestört werden möchtest. Was tust Du jetzt mit deiner Zeit?

 

Die Antwort ist: alles was dir Freude macht, dich inspiriert, dich weiterbringt und dir gut tut.

Du kannst zum Beispiel deine Achtsamkeit üben, indem Du ruhig sitzt und deine Atmung beobachtest, oder indem Du eine geführte Meditation machst. Du kannst in einem Buch von einem interessanten Denker lesen oder Du kannst auf deine Gedanken und Gefühle eingehen und sie zulassen.

 

  1. Ich starte, indem ich zwei Journale neben mich lege. Du kannst dazu einfach zwei leere Hefte oder Blöcke nehmen.

In Journal eins schreibe ich nun meine Gedanken, die mir gerade im Kopf herumschwirren. Ich halte sie auf Papier fest, wirklich so wie sie kommen, durcheinander, oft nur Satzfetzen oder Aufgaben, die ich noch erledigen muss, aber das klärt meinen Kopf. Ich schreibe sozusagen alles raus, bis der Kopf leer ist. Ohne diesen Schritt komme ich nicht zur Ruhe.

  1. Nun atme ich zehn Mal mit geschlossenen Augen ein und wieder aus und konzentriere mich auf den Luftstrom an meiner Nase und darauf, wie sich beim Einatmen mein Bauch leicht wölbt und beim Ausatmen wieder zurück geht.
  2. Ich lächele und fahre meine Energie hoch. (Wenn Du lange gesessen hat, stehe auf und laufe ein wenig herum. Das bringt dir neue Energie und Sauerstoff.)
  3. Nun kommt Journal zwei zum Einsatz.  Ich konzentriere ich mich zunächst auf das Heute. Wofür bin ich heute dankbar? Und da suche ich mir immer drei neue Dinge. Das können auch ganz kleine Dinge wie die warmen Socken an meinen Füßen sein.

Dann stelle ich mir positive und konstruktive Fragen, zum Beispiel: Worauf bin ich stolz? Was begeistert mich gerade in meinem Leben? Wer liebt mich, wen liebe ich? Was habe ich heute gelernt? Wem konnte ich helfen?

  1. Ich konzentriere mich auf meine Zukunft. Dazu betrachte ich mein Visionboard. Bei mir ist das eine Korkplatte, auf die ich Bilder und Fotos gepinnt habe, von den Dingen, die ich erreichen oder haben möchte. Wirkungsvoll ist in dem Zusammenhang auch ein Datum, bis zu dem ich die einzelnen Ziele erreicht haben möchte. So werden meine Ziele wirklich greifbar.
  2. Ich sitze kurz in der Stille um mir meine Ziele vorstellen zu können.

„Create a vision that makes you want to jump out of bed in the morning“

- von einem unbekannten Autor

  1. Dann setze ich eine Intention für den Tag, zum Beispiel für eines meiner Ziele, oder auch, dass ich heute glücklich und gelassen sein werde.
  2. Dann gehe ich voller Energie und Tatendrang hinaus!

 

 

Das kostet dich nicht viel Zeit. Die Dankbarkeitsübung finde ich zum Beispiel sehr wichtig und die dauert zwei Minuten. Das Atmen circa auch zwei Minuten und die Zielsetzung, wenn Du dein Visionboard anschaust, vielleicht fünf Minuten. Das bedeutet, Du kannst dir nur zehn Minuten nehmen und es wird einen gravierenden Unterschied für dich machen.

 

Für alle, die jetzt noch mehr machen wollen:

  1. Mein Workout, Yoga und Meditation gehören natürlich auch zu meiner Zeit mit mir.
  2. Wenn deine Ziele noch kraftvoller werden sollen, so schreibe einmal auf, warum Du dir diese Ziele setzt. Was steckt dahinter? Was ist dein Warum? Mache es dir bewusst.
  3. Ich lese selten ein Buch von hinten bis vorne in einem Rutsch durch. Ich habe etwa fünf bis zehn Bücher mit Lesezeichen auf meinem Couchtisch liegen und heute lese ich dann eine halbe Stunde in dem Buch, das mich gerade interessiert. Oft lese ich sie auch zwei oder dreimal und schreibe mir direkt während des Lesens interessante Dinge in mein Journal.

Ein Beispiel: Paulo Coelho hat das „Handbuch des Kriegers des Lichts“ geschrieben, in dem ich ab und zu eine Seite lese. Jede Seite ist dort einem eigenen Gedanken gewidmet.

 

  1. Affirmationen oder einfach ausgedrückt stärkende Sätze habe ich mir auf ein festes Blatt Papier geschrieben und diese sage ich mir laut vor, während ich jogge oder Trampolin springe. Wie ein Mantra, immer wieder. Zum Beispiel: „Ich bin, schlank, stark und schön!“ oder „Every day and every way I´m getting better“ von Tony Robbins
  2. Der ehrliche Blick in die Augen. Wenn ich daran denke, stelle ich mich abends vor den Spiegel, schaue mir in die Augen und sage mir, dass ich mich liebe und das ich auf dem richtigen Weg bin.
  3. Vielleicht hast Du einen Freund, der deine Ziele teilt. Rufe ihn anschließend an und spreche mit ihm über eure Fortschritte.

 

Ich wünsche dir eine ehrliche und inspirierende Zeit mit dir selbst! Und bedenke, dass das Anfangen alleine dich nicht zum Erfolg bringt, ich verspreche dir, dass Du, je öfter Du dir Zeit nimmst, um so mehr Freude daran haben wirst.

„Motivation is what gets you started. Habit is what keeps you going.“

Von Jim Rohn

Übersetzt: „Motivation bringt den Anfang. Gewohnheiten sorgen dafür, dass wir weitermachen.“

 

 

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© Maike Tabertshofer

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